Blind Date, die Veranstaltung der Burg-Wilhelmstein und der Aachener Zeitung zugunsten der Aktion „Menschen helfen Menschen“ ist eine Erfolgsstory und liebgewordene Konstante im Programm und bei unserem Publikum geworden. Sinn dieser Veranstaltung ist ein dreifacher: Zum einen unserem Publikum eine tolle Veranstaltung bieten, zum anderen “neuen” Künstlerinnen und Künstlern ein großes Forum ermöglichen, aber gleichzeitig möchten wir die – wie wir finden – höchst wertvolle Aktion der Aachener Zeitung (AZ) nicht nur wieder einmal in’s Bewußtsein heben, sondern auch möglichst aktiv unterstützen. Und die AZ möchte gemeinsam mit uns einen Dank an die Menschen loswerden, die diese Aktion bisher unterstützt haben. Also “Menschen helfen Menschen” rückwärts. Das “Wie” ist im Vorfeld des Konzertes der AZ zu entnehmen.
Wir freuen uns auch in diesem Jahr auf die avisierten Künstler und Sie, unser Publikum! Namen werden erst am Abend und vor Ort genannt. Überraschung! Und da alle Beteiligten vor und hinter den Kulissen dieses Abends – von Planern über Helfer über Technik über Hotel etc. bis zu den Akteuren auf der Bühne sich der guten Sache zur Verfügung gestellt haben, können wir das Konzert zu einem Preis anbieten, den man sonst nie und nimmer verantworten könnte. Sollten wir damit nicht nur über die Runden kommen, sondern sogar dank eines zahlreichen Besuches einen Erlös erzielen, dann fließt der natürlich in die Aktion.
Erwartungen mehr als erfüllt!
Wieder waren die Ränge auf Burg Wilhelmstein schon eine Stunde vor Beginn weitgehend besetzt. Umso angenehmer, dass wie im Vorjahr die Aixotica Sambistas mit Trommeln und Sambatänzerin bereits einne halbe Stunde vor offiziellem Beginn die ohnehin gute Stimmung anregten.
Gut gewählt als Einstieg war ‘jUSi & Band’, deutch/spanischer Soul-Pop von Sängerin Sibylle Laux und der großartigen Gitarristin Jutta Keller, die auch klasse Backvocals beisteuerte.
Einen schönen Kontrapunkt setzte dann der “Brandenburger” Toni Mahoni mit Band aus Berlin mit seinen teils schnoddrigen, teils fast hintersinnigen Textn, die er mit tiefer Stimme vortrug und damit für große Heiterkeit sorgte.
Schlußgig Bonita,die ihrem Namen (spanisch: hübsch, schön, wunderbar) alle Ehre macht, setzte mit wunderbarer Stimme noch eins drauf und brachte das Auditorium noch einmal ‘zum Kochen’ – ihren Auftritt am 16.9. auf dem Aachener Markt habe ich bereits fest in meinem Kalender eingeplant.
Ständig Ovations am Schluß, keiner der Acts kam ohne Zugaben von der Bühne, eine tolle Veranstaltung, auf deren Fortsetzung in nächstenJahr ich mich schon jetzt freue!
Würselen. Gibt es für das erste Rendezvous einen romantischeren Ort, als den im Schatten einer bruchsteinernen Burgruine? Wohl kaum. Deswegen ist es nur logisch, dass der Zeitungsverlag Aachen zum Blind Date auf und vor die Freilichtbühne von Burg Wilhelmstein einlädt.
Der Clou der Veranstaltung: Das Publikum weiß vorher nicht, mit welchen Künstlern es sich an diesem Abend treffen wird. Trotz, oder gerade wegen dieser Ungewissheit, kamen 1000 Besucher. Damit war das Blind Date, das gleichzeitig den Auftakt zur diesjährigen Freiluftsaison auf Burg Wilhelmstein darstellte, restlos ausverkauft. Was äußerst erfreulich ist, schließlich fließt der gesamte Erlös in unsere Hilfsaktion «Menschen helfen Menschen». Denn die Akteure verlangen an diesem Abend keine Gage. Was für ein erstes Treffen auch ein wenig unhöflich wäre. Ebenso wie ein verspätetes Erscheinen. Deswegen war der Großteil des Publikums auch bereits eine knappe Stunde vor Programmbeginn am vereinbarten Treffpunkt.
Das war nicht die schlechteste Entscheidung. Denn schon bevor das Date offiziell seinen Lauf nehmen sollte, sorgte die Gruppe Apiku für heiße Sambarhythmen. Apropos heiß: Die reizvolle Tänzerin im sparsamen Dress hätte auch gut in den Straßenkarneval von Rio gepasst. Für ein erstes Date zu gewagt? Nicht bei Samba.
Wenig später begrüßte AZ-Redakteur Robert Esser das Publikum und führte anschließend mit Witz und Charme durch das Programm. Als erstes durfte er die Gruppe jUSi ankündigen. Die vier Vollblutmusiker konnten mit ihren samtig-jazzigen Klängen durchaus becircen. Nicht zuletzt, weil in ihren Texten, mal auf Deutsch, mal auf Spanisch, das gesamte Repertoire der Herzensangelegenheiten verarbeitet wird: Vom ausgelassenen Verliebtsein bis zum bitteren Trennungsschmerz.
«Ich hab´ gehört in Würselen wird immer gepicknickt. Da sehe ich aber gar nicht», sagte Sängerin Sibylle Laux zwischen zwei Songs. Das wollte das Publikum nicht auf sich sitzen lassen. Von gefüllten Weingläsern, über Kartoffelsalat, Chips und Oliven bis zur kompletten Käseplatte inklusive Traubendekoration wurde alles gen Bühne gereckt. In Würselen wird natürlich gepicknickt. Punkt.
Dann war es Zeit für Toni Mahoni. Der hatte sich für sein Date nicht unbedingt chic gemacht – zumindest nicht im klassischen Sinne. Mit weißem Hut, blauem Kapuzenpulli und roter Ledertasche betrat er gelassen die Bühne. Dort nahm er auf einem Klappstuhl vor einem kleinen Holztisch Platz. Mahonis merkwürdige Stimmlage sorgte schnell für Gelächter. Ob sie über Jahre hart antrainiert oder eine Laune der Natur ist, bleibt sein Geheimnis. Ist aber auch egal, denn der originelle Kauz aus Berlin («Ik komm´ aus Brandenburg, das ist ein Lebensgefühl. Zwar kein schönes, aber es ist eins.») war die Enddeckung des Abends.
Mahonis launige Texte meisterten den schmalen Pfad zwischen Alltagsbanalität und Tiefsinnigkeit bravourös. In seiner trockenen Art serviert er einen Treffer nach dem anderen. Sowohl in den Songs als auch dazwischen. Und: Es gibt wohl niemanden, der den ausgelassenen Sitztanz besser beherrscht als Mahoni. Das Publikum raste nach seinem Auftritt. Der Künstler zog den Hut, reichte ihn zur vordersten Sitzreihe und hoffte, dass er sich füllt.
Wie ein komplettes Kontrastprogramm wirkte der anschließende Auftritt von Bonita. Die Künstlerin aus Kapstadt verfügt über beeindruckende Stimmgewalt, bot mit ihrer Band rockigen Soul und zur Abwechslung ein wenig Country. Beim Publikum kam das bestens an. Selten ein so abwechslungsreiches Date gehabt.