…das fragen sich viele, die Götz Alsmann in den letzten fünfundzwanzig Jahren auf der Bühne oder auf dem Bildschirm gesehen haben. Wir kennen die Antwort, aber Sie…?
Vielleicht liefert Ihnen ja das neue gleichnamige Bühnenprogramm ein paar sachdienliche Hinweise.
Der einzige echte Entertainer unserer Zeit präsentiert einen Reigen seiner himmlisch-teuflischen Lieder, mit denen er mühelos eine Brücke zwischen der Welt seligmachender Melodien und dem Abgrund höllisch-scharfer Rhythmen schlägt.
Ganz gleich, ob es sich dabei um Eigenkompositionen handelt oder Götzi tief in das Archiv des klassischen-obskuren Schlagers der Schwarzweiß-Ära greift – sein Erfolgskonzept ist und bleibt das, was seinen Ruf als König des deutschen Jazz-Schlagers begründet und gefestigt hat:
Jazzartige Musik mit deutschen Texten, gewürzt mit das Nackenhaar sträubenden und zwerchfellerschütternden Geschichten, getarnt und dargeboten mit einer in unserer gegenwärtigen Unterhaltungslandschaft kaum noch gekannten geschliffenen Eloquenz als Moderation, auf die Bühne gebracht mit Hilfe der exzellenten Götz Alsmann Band, die ihrem Kapellmeister seit Jahrzehnten mehr als kongenial zur Seite steht.
Die jährlich mehr als einhundert Shows der Götz Alsmann Band erfreuten schon bei ihren letzten Programmen wie „Filmreif“, „Tabu“, „Kuss“ oder „Mein Geheimnis“ etwa 200.000 Zuhörer pro Tournee.
Es sieht nicht danach aus, daß die „Engel oder Teufel“-Tour 2009/2010 ihren Vorgängerinnen darin in irgendeiner Hinsicht nachstehen wird.
Es erwarten Sie:
Götz Alsmann (Gesang, Klavier und mehr)
Altfrid Maria Sicking (Vibraphon/Xylophon/Trompete)
Michael Ottomar Müller (Bass)
Markus Paßlick (Percussion)
Rudi Marhold (Schlagzeug)

Würselen. Götz Alsmann hat Großes mit uns vor. Die ganze Welt will er ein Stück besser machen. Mit Schlagerjazz. Mit Cha-Cha-Cha, Bossa nova und Mambo. «Mit all dieser himmlischen Musik.» Die präsentiert er höllisch gut, wie jetzt beim Auftritt auf Burg Wilhelmstein zu hören war.
Der Mann mit der alles überragenden Haartolle und seine swingende Herrenreisegruppe sind längst Stammgäste auf der Freilichtbühne, die jüngst einmal mehr ausverkauft war. Dort gab es zwar ein neues Programm, doch war es eines mit altbekannten Klängen. Denn Experimente macht Alsmann nicht. Er hat eine feine Nische erobert und füllt sie konsequent.
Deutsche Schlagerschätzchen der 50er und 60er Jahre kramt er dazu aus Opas Musiktruhe hervor und peppt sie mit jazzigen Arrangements auf. Diesen nostalgischen Wirtschaftswundersound schüttelt er so lässig aus dem Ärmel wie kaum ein zweiter. Seine Eigenkompositionen fügen sich mittlerweile ins Bild. Elf Stücke des aktuellen Albums und Bühnenprogramms «Engel oder Teufel» hat er frisch angerührt, doch tönen auch sie hemmungslos nostalgisch.
«Oh, du mein Würselen!»
«Oh, du mein Würselen!» Solch eine charmante Eröffnung konnte das Publikum gar nicht anders erwidern als mit einem gewaltigem Applaus. Und der Mann am Klavier wurde den Vorschusslorbeeren gerecht. Unterstützt von Altfrid Sickings (Vibraphon), Michael Müllers (Bass), Rudi Marholds (Schlagzeug) und Markus Paßlicks (Percussion) zauberte Alsmann zwei Stunden lang ein Lächeln auf die Gesicher.
Mit anmutig dahinperlenden Klavierläufen, mit humorvollen Texten und richtig viel Remmidemmi zwischendurch. Denn obwohl die Musik das Kerngeschäft dieser Combo ist, gehörten in Würselen vor allem solche Momente zu den Höhepunkten, wenn Alsmann allein mit dem Mikrofon vor das Publikum trat und wahnwitzige Wortgewitter entlud. Von seiner wilden Zeit im fahrenden Pony-Zirkus schwadronierte er und von einer Hölle für Jazzmusiker, in der Virtuosen dazu verdonnert sind, tagaus, tagein «Schnappi, das kleine Krokodil» zu intonieren.
Gut zwei Stunden füllte Alsmann mit schrulligen Anekdoten und feinster Musik. «Engel oder Teufel»? Diese Frage blieb allerdings unbeantwortet. Alsmann ist wohl beides. Oder, wie er selbst sagt: «Ich bin ein Mann mit mephistophelischem Dauergrinsen und der Figur eines italienischen Putto!»