Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon retweet

„Rest Now, Wearly Head! You Will Get Well Soon”, das 3 Jahre lang vorbereitete und im Januar 2008 erschienene Album von Konstantin Gropper, einem diplomierten Absolventen der Mannheimer Pop-Akademie, ist ein kleines Wunder, das aus allen Nähten platzen möchte vor lauter Referenzen. Songwriting, ambitioniert und frisch – Opulenz und Eleganz in kongenialer Zweisamkeit. Nach Auftritten in Glastonbury und beim Electric-Picnic-Festival in Irland sorgen Get Well Soon, die Band um Groppers Projekt, international und mit Verspätung auch hierzulande für Furore.

Gropper hat mit seinem Debüt dramatische Breitbildepen geschaffen, die sich dank ihrer Schönheit zu Durchhaltehymnen wandeln. Songs wie “I sold my Hands …” erinnern an Sigur Rós und Nightwish, und Gropper selbst singt mit einer Stimme, die je nach Tonlage an Thom Yorke oder Nick Cave erinnert. Er erfindet eine grandiose Coverversion von Underworlds “Born slippy” und mit “Witches! Witches! Rest now in the Fire” eine irrwitzige Michael-Holm-Variation. Er mag Stanley Kubricks Werke, und so vielfältig und schwelgerisch wie dessen Filmkunst ist auch die Musik von Get Well Soon.

Konstantin Gropper ist klassisch ausgebildeter Multiinstrumentalist und romantischer Melancholiker. Barockes Weltuntergangsdrama, fantastisches Abenteuer, Italo-Western und Herzschmerz-Tragödie – Get Well Soon liefern den Score für weltabgewandte Tage vorm emotionalen Heimkino mit einem der schönsten Alben des Jahres 2008. Bezaubernd, intelligent und elegant krachend. Auf der Bühne wächst das Projekt zur vielköpfigen Band mit Akkordeon, Geige, Trompete und mehr – und dann taugen nur noch Arcade Fire und Bright Eyes als Orientungsgrößen. Schreibt die TAZ. Und da hat sie Recht.

Der Abend wird eröffnet von den „Local Heroes“ The Jim-Jams. Eine Frau, drei Männer, Akustikgitarre: Punk-Appeal und Ohrenkino mit Ramona Lenz, Marko Tomovic, Dirk Urbanke und Hotty Melz.

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  • geschrieben am 19. Juni 2009
  • Richard Thiel von Richard Thiel
  • 2 Kommentare

2 Kommentare zu “Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon”

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  1. Carsten Dieterich sagt:

    Get Well Soon zum zweiten mal innerhalb von nur drei Wochen live zu hören ist die beste Bestätigung für Konstantin Gropper und Band!

    Mit etwas gemischten Gefühlen bin ich gekommen, da ein ‘volles Haus’ ja leider nicht zu erwarten war – es waren aber dann doch mehr da als von mir befürchtet.

    The Jim-Jams als ‘Opener’ waren gut ausgesucht. Da kann sich was draus entwickeln. Die abwechslungsreiche und dynamische (laut und leise, schnell und langsam) bereiteten gut auf den ‘Main-Act’ vor.

    Und dann Get Well Soon. Schon bei den ersten Tönen ist die Magie dieser Band zu spüren.

  2. Stefan Schaum-AZ/AN-Kultur sagt:

    Würselen. Die Musik von Konstantin Gropper ist ein unerhört vielfältiges Ding. Immer in Richtung Pop unterwegs, aber stets mit sinfonischer Schlagseite. Mit ordentlich Pathos an Bord, aber niemals kitschig. Ganz schön schwermütig, doch euphorisierend zugleich.
    Was der Multiinstrumentalist unter dem Pseudonym Get Well Soon im Alleingang auf sein erstes Album gepackt hat, wuchs auf der Bühne der Burg Wilhelmstein bei der Präsentation durch eine siebenköpfige Band samt Glockenspiel, Geige und Bratgitarren zu einem ganz großen Wurf.

    Das Cellokind steckt immer noch in dem Wahlberliner mit umfassender klassischer Musikausbildung. Die Musik des Mittzwanzigers ist zu sperrig und schwelgerisch, zu voll und vielleicht auch zu unmodern für den reinen Pop. Doch gibt es da auch den Rocker Gropper. Im eleganten schwarzen Anzug lässt er es wahlweise mit der akustischen oder der elektrischen Gitarre krachen und türmt dicke Soundwände auf, die mit der zarten Geige flirten, die seine Schwester Verena spielt.

    Hier und da mischen sich Trompeten oder ein Akkordeon in diesen Dialog. Deutlich roher kommen die Songs des Albums live rüber, druckvoller auch. Das steht ihnen gut. Zu einer Rockshow im klassischen Sinne gerät der Vortrag dennoch nicht. Eine Band für Stadien werden Get Well Soon wohl nie werden. In sich gekehrt spielen die Akteure, versunken in diese breitwandige Musik, die auch die Zuhörer umhüllt. In den Pausen zwischen den Songs erweist sich Gropper dann unerwartet plauderfreudig und bittet seine Zuhörer, Fragen zu seiner Musik zu stellen, die er charmant beantwortet.

    Dass die Sonne während des gesamten Auftritts hinter Wolken verborgen bleibt, passt ins Bild. Denn luftige Sommerhits haben Get Well Soon nicht zu bieten. Eher kompakte Wintermusik. Doch eine, die richtig schön wärmt. Und wenn Gropper zum Abschluss allein mit einer akustischen Gitarre auf der Bühne steht und eine Ballade anstimmt, ist der Kreis geschlossen. Von ganz spärlich bis opulent instrumentiert – und jederzeit völlig eigenständig.

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