Seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums “Betcha Bottom Dollar” in Deutschland war gerade einmal ein Jahr verstrichen, da kündigten die göttlichen Puppini Sisters aus London bereits ihr zweites Album mit dem wunderbaren Titel “The Rise And Fall Of Ruby Woo” an (Ruby Woo ist der Name eines Lippenstifts, der im Beauty-Test des britischen Observer als “Very Dita Von Teese“-mässig beschrieben wird, und den die drei Schwestern im Geiste auch selber benutzen.
Mit ihrer von der Swing-Ära der 30er und 40er Jahre und dort insbesondere von den Andrew-Sisters geprägten Popmusik sowie ihrem Sinn für Glamour und Spaß führen Marcella Puppini, Kate Mullins und Stephanie O’Brien die Retro-Welle der letzten Jahre an. Very stylish! “Puppinieren” ist schnell zu einer Lifestyle- und Modevokabel geworden so wie der Name des Trios selbst zu einem Synonym für Mode, Stil und Anziehungskraft. Den großen Durchbruch verdanken die Puppinis übrigens der britischen Designerin Vivienne Westwood.
Ein Fall für Genre-Puristen ist ihr ungemein swingender Vintage-Pop dennoch nicht, denn die moderne Komponente ihrer Arrangements ist kaum zu überhören. Neben den bekannten Arrangements der Andrews-Sisters wie etwa “Bei mir bist du schön” oder „Mr. Sandman“ covern die Puppini Sisters viele Songs der 70er und 80er Jahre im Swingstil: “Heart of Glass” von Blondie, gehört genauso dazu wie Kate Bushs “Wuthering Heights”. Und eine Hinterlist von Marcellas Mann nötigte die Mädels dazu, eine Coverversion des Smith-Klassikers “Panic” ins Repertoire aufzunehmen. Und überhaupt haben die Puppinis eine besondere Liebe zu den 80ern entwickelt. So wollen sie demnächst den Oldie-Kracher “The Final Countdown” von Europe ins Repertoire aufnehmen. Aber selbst dieser Heuler bekommt durch die Veredlung der Puppini Sisters einen unwiderstehlichen Charme, zumal live vor Publikum. Garantiert.
Swing-Freunde, aufgepasst!!! Let op!!!
Der von uns hochgeschätzte Cateringservice die KOCHNISCHE und das EXIL in Aachen bieten gemeinsam in Zusammenhang mit dem Konzert eine stilechte Swing-Party nach Konzertende an. Für die Fahrt zur Burg Wilhelmstein und zurück kann gesorgt werden, für’s adaequate Styling sowie für Essen, Trinken und Musik wird gesorgt. Alle Einzelheiten dazu gibt es unter http://www.kochnische-aachen.de und/oder unter der Tel.-Nr 0241-9435907.
Die Puppini Sisters habe ich mir genau so vorgestellt, wie sie sich präsentiert haben, einfach grosse klasse! Aber sie haben meine Erwartungen noch übertroffen. Ihr Können, ihr Humor, ihre Tanzeinlagen und ihre Spontanität (man denke an die durchfliegende Eule) waren umwerfend!!
Dazu die supertollen Outfits, da hat alles gestimmt! Hoffentlich kommen sie wieder!
Mille Grazie Puppinis!
Unbeschwerlicher Swing in Zeiten der Krise?
Konnte das funktionieren? Ja, es kann.
Und so sind wohl alle zu bedauern,
die sich diese großartige Konzertereignis
entgehen ließen. Vor perfekt eingespielter
Band, eine wahrlich überzeugende Vorstellung
der drei „Puppini”-Sisters.
Faszinierend die Interpretation von „Walk
Like An Egyptian”, herrlich die oft skurillen
Tanzeinlagen von Marcella Puppini.
Schade, diese Band haette ein ausverkauftes Haus
verdient gehabt. Und so kann ich Uli Pesch
und sein Team nur darum bitten:
Holt die „Puppinis” zurück. Lasst den Uhu
wieder fliegen und mal die Hühner im Stall.
Würselen. Alles schon mal da gewesen? Sicher. Künstlerische Innovation sieht anders aus? Geschenkt. Damit haben die Puppini Sisters nichts am zumeist federgeschmückten Hut. Die drei Damen zelebrieren den Sound der 30er und 40er Jahre und frischen ihr nostalgisches Remmidemmi gern mit ein paar Popsongs auf.
Eine muntere Mischung, die auf Burg Wilhelmstein glänzend unterhält.
Dass die legendären amerikanischen Andrew Sisters die Inspiration der Sängerinnen Marcella Puppini, Stephanie O´Brien und Kate Mullins sind, bleibt keine Sekunde lang verborgen. Von der Bühnengarderobe – Glitzerkleider, Federhütchen, knallig roter Lippenstift – bis hin zum markant-mehrstimmigen Gesang wird dem Vorbild gehuldigt.
Ohne jedoch – und das ist der Kunstgriff der Puppini Sisters – zur bloßen Kopie zu verkommen. Zu frisch wirkt bei aller Vertrautheit ihre Musik, zu spontan geraten die Showeinlagen, die trotz aller Choreographie immer wieder Platz zur Improvisation lassen.
Und wenn die Britinnen zum Einstieg den Song «Bei mir bist du schön» auf Deutsch anstimmen, ist der Charme-Bonus schon mal gewaltig. Bei aller vorgetragenen Leichtigkeit: Die stimmliche Leistung dahinter ist enorm.
Ob bei der kongenialen Interpretation von Kate Bushs «Wuthering Heights» oder Blondies «Heart Of Glass» – den Puppinis geht kein Ton durch die Lappen. Selbst wenn sie zum Tänzchen am Bühnenrand antreten oder beim Gang durch die Sitzreihen emsig mit den Herren im Publikum flirten.
Für Musiukgenuss sorgt auch die dreiköpfige Band. Taktsicher von Jazz bis Bossanova, von Swing bis Blues, arbeiten sich Gitarrist Martin Kolarides, Bassist Nick Pini und Schlagzeuger Henry Tyler durch die Songs. Hier und da bleibt jedem Luft für ein kurzes Solo, doch niemand traut sich ernsthaft, den Damen die Schau stehlen. Kurzweilig sind das Wiederhören von Klassikern und der Aha-Effekt, Aktuelles ganz neu zu entdecken. Allein die Gloria-Gaynor-Hymne «I Will Survive» wirkt ohne den prägenden Disco-Beat ein wenig blutleer. Doch dem Spaß tut das keinen Abbruch.