Ich habe in diesem blog bereits über die magischen Momente geschrieben, die Musik oder Töne an sich beim Hörer auslösen können. Hagen Rether ist auch so ein Fall. Vor einiger Zeit lauschte ich im Autoradio das Programm eines Senders, der sich überwiegend über Wortbeiträge definiert und dem Hörer keinerlei Pop-Schnickschnack zumutet. Im Äther lief der Live-Mitschnitt eines mir bis dahin noch unbekannten Künstlers. Im Hintergrund entfaltete das Klavier einen wunderbar weichen Klangteppich; und die zurückhaltende Begleitung stand in einem krassen Kontrast zu den drastischen Wahrheiten, die der Kabarettist da ins Publikum schleuderte. Die Autofahrt endete, doch ich blieb sitzen und konnte mich dem Sog des Auftritts nicht mehr entziehen. Ich stellte den Motor ab und saß im dunklen Fonds meines Wagens; und da war dieser Mann am Klavier, der von Gesichtsmortadella sang und immer wieder beteuerte, dass wir doch alle so wenig wissen. Grandios! Erst später – nachdem ich im Internet nachgeschlagen hatte – fand ich heraus, was ich da gehört hatte: Hagen Rether und sein Programm mit dem Namen “Liebe”. Ich werde mir den Auftritt auf der Burg am 20. August nicht entgehen lassen. Karten gibt’s hier.
Archiv für die Kategorie "Kabarett"
Aus Liebe zum Kabarett retweet
- geschrieben am 30. Mai 2010
- Jari Wieschmann von Jari Wieschmann
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Wer ist Herbert Knebel? retweet
Es gibt Künstler, deren Identität völlig mit der Bühnenfigur verschmelzen, oder weiß wirklich jemand, wie Hans Beimer aus der Lindenstraße im wirklichen Leben heißt? Ich zumindest nicht. Bei manchen Promis – wie im Fall der Kölner Langzeitsoap aus dem Hause Geißendörfer – mag das eher dem Zufall geschuldet sein, dass die Schauspieler nach mehr als zwanzig Jahren in der von ihnen gespielten Rolle vollkommen aufgehen. Auf der Homepage der Produktion habe ich doch letztens wirklich ein Video gesehen, in dem die Zenkers in einem Fotoalbum blätterten, um die vergangenen Ehejahre Revue passieren zu lassen – so als wären beide wirklich verheiratet. Ich wette, dass ein unbedarfter Zuschauer den Unterschied überhaupt nicht merken würde, so nach dem Motto: “Ach, haben die sich immer noch lieb”. Andere Künstler bauen ihre ganze Karriere auf diesem Effekt auf: Atze Schröder zum Beispiel, den wohl niemand ohne seinen Minipli-Frisur gesehen haben dürfte oder Mario Barth, der einfach nur Mario Barth ist. Auch Herbert Knebel ist so ein Kandidat. Im wahren Leben heißt der renitente Rentner aus Essen nämlich Uwe Lyko. Doch auch wenn ich den Menschen – also Lyko – in einem Interview höre, sehe ich Herbert Knebel. Oder geht es euch anders?
Herbert Knebels Affentheater am 04. und 05.07 2010 auf der Burg. Tickets gibt’s hier
- geschrieben am 18. April 2010
- Jari Wieschmann von Jari Wieschmann
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Es lebe der Zettelkasten retweet
Johann König ist das fleischgewordene Phlegma, die personifizierte Trägheit unter den Kabarettisten. Doch bei dem Kölner hat die Langsamkeit Methode, die gestammelten Sätze schon eine Pointe an sich. Was den Komiker mit den großen Dichtern und Denkern verbindet, ist der Hang zu einem – für den Laien nicht zu durchschauenden – System von Aufzeichnungen. Die beinahe bis zur Unkenntlichkeit zerfledderten Notizbücher präsentiert der gelernte Kinderpfleger gerne auf der Bühne. Übrigens soll Johann König – wenn man den Chronisten im Internet Glauben schenken darf – diese Ausbildung in Lippstadt absolviert haben. Zurück zum Thema: Mich erinnert diese Form der Mitschrift an den legendären Zettelkasten eines Niklas Luhmann. Der weltberühmte Soziologe pflegte seine Gedanken mittels eines solchen Kastens zu ordnen; im Grunde eine Suchmaschine ohne Internet. Viele der Reime, Gedichte und Geschichten hat der Kabarettist übrigens während seiner Zeit als Kinderpfleger im Nachtdienst aufgeschrieben, womit bewiesen wäre, dass viele große Karrieren am Arbeitsplatz ihren Anfang nehmen.
- geschrieben am 13. April 2010
- Jari Wieschmann von Jari Wieschmann
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Götz Alsmann & Band – Engel oder Teufel retweet
ENGEL ODER TEUFEL…
…das fragen sich viele, die Götz Alsmann in den letzten fünfundzwanzig Jahren auf der Bühne oder auf dem Bildschirm gesehen haben. Wir kennen die Antwort, aber Sie…?
Vielleicht liefert Ihnen ja das gleichnamige Bühnenprogramm ein paar sachdienliche Hinweise.
Der einzige echte Entertainer unserer Zeit präsentiert einen Reigen seiner himmlisch-teuflischen Lieder, mit denen er mühelos eine Brücke zwischen der Welt seligmachender Melodien und dem Abgrund höllisch-scharfer Rhythmen schlägt.
Ganz gleich, ob es sich dabei um Eigenkompositionen handelt oder Götzi tief in das Archiv des klassischen-obskuren Schlagers der Schwarzweiß-Ära greift – sein Erfolgskonzept ist und bleibt das, was seinen Ruf als König des deutschen Jazz-Schlagers begründet und gefestigt hat:
Jazzartige Musik mit deutschen Texten, gewürzt mit das Nackenhaar sträubenden und zwerchfellerschütternden Geschichten, getarnt und dargeboten mit einer in unserer gegenwärtigen Unterhaltungslandschaft kaum noch gekannten geschliffenen Eloquenz als Moderation, auf die Bühne gebracht mit Hilfe der exzellenten Götz Alsmann Band, die ihrem Kapellmeister seit Jahrzehnten mehr als kongenial zur Seite steht.
Die jährlich mehr als einhundert Shows der Götz Alsmann Band erfreuten schon bei ihren letzten Programmen wie „Filmreif“, „Tabu“, „Kuss“ oder „Mein Geheimnis“ etwa 200.000 Zuhörer pro Tournee.
Es sieht nicht danach aus, daß die „Engel oder Teufel“-Tour 2010 ihren Vorgängerinnen darin in irgendeiner Hinsicht nachstehen wird.
Es erwarten Sie:
Götz Alsmann (Gesang, Klavier und mehr)
Altfrid Maria Sicking (Vibraphon/Xylophon/Trompete)
Michael Ottomar Müller (Bass)
Markus Paßlick (Percussion)
Rudi Marhold (Schlagzeug)
17.08.2010, 19.30 Uhr auf der Burg Wilhelmstein
- geschrieben am 09. März 2010
- Ulrich Pesch von Ulrich Pesch
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Liebe – Hagen Rether retweet
Hagen Rether gilt als einer, der das Kabarett geradezu neu erfunden hat. Die Feuilletons sind voller Lobeshymnen auf den mit Preisen üppig dekorierten Kabarettisten – er bringt etwas auf die Bühne, das keineswegs selbstverständlich ist: einen eigenen Stil gepaart mit Können, Souveränität und Ausstrahlung. Drei Stunden lang nimmt er planvoll und ohne Hast, voller Sarkasmus, Ironie und Angriffslust das Weltgetriebe auseinander – die personifizierte Rache des Intellektuellen an den Machern dieser Welt. Beiläufig plaudernd macht er gleichzeitig knallhartes politisches „Kabarett mit Soundtrack“. Die uralte kritische Botschaft, die Verlogenheit der Konsumgesellschaft und des Establishments zu geißeln, erfüllt er subversiv, nonchalant und hundsgemein. Und er polarisiert dabei, auch das anwesende Publikum.
Seine Methode: „Ich lese täglich mehrere Zeitungen – das ist der Witz dabei. Nichts von dem, was ich sage, ist erfunden oder erlogen. Am Ende des Abends versteht man, warum das Programm „Liebe“ heißt: Ich verkörpere einen humanistischen Nazi, einen moralischen Zyniker und einen zynischen Moralisten.“
„Sprachlich so geschliffen und knallhart wie kein anderer wehrt sich da ein von der Welt enttäuschter Intellektueller, betreibt eine verletzte Seele Aufklärung in ihrer furiosesten Form, mit allem, was das Arsenal an Ironie, Sarkasmus und Zynismus hergibt. Nach wie vor einzigartig.”
(Süddeutsche Zeitung)
In Zusammenarbeit mit dem
Düren
Hagen Rether – Der Islam
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20.08.2010, 19.30 Uhr auf der Burg Wilhelmstein
- geschrieben am 07. März 2010
- Ulrich Pesch von Ulrich Pesch
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