Archiv für die Kategorie "Konzert"

Da gehen dir die Ohren auf retweet

Gunter Gabriel: der Countrybarde servierte den Fans im Laufe seiner jahrzehntelangen Karriere so manchen Kracher. So hat der Schlagersänger beispielsweise oft über die Notwendigkeit des Geldes gesungen (“Hey Boss, ich brauch mehr Geld”) oder aber dem kleinen Mann in seinen Liedern ein Denkmal gesetzt (“Er fährt nen 30-Tonner Diesel”). Oftmals wurde das in Deutsch vorgetragene Liedgut allerdings als platt oder oberflächlich verspottet. Doch aufgepasst: So mancher Popsong aus der englischsprachigen Welt ist nicht gleich intelligent, nur weil er in einer anderen Sprache geträllert wird. Was die Boygroups á la “Take That” so alles in den Äther säuselten, hätte ein Howard Carpendale keinen Deut schlechter auf die Bühne gebracht; nur mit dem Unterschied, dass die Jungs aus England ihre Herzensschwüre über das Jugendradio verbreiten, Howard Carpendale hingegen auf WDR 4 läuft. Es gab im WDR übrigens mal eine Sendung, in der internationale Hits 1:1 in die deutsche Sprache übersetzt wurden. Da gehen dem Hörer oftmals die Ohren auf.

In diesem blog ist ja schon über die neue Platte von Gunter Gabriel geschrieben worden: Mit den German Recordings setzt er seinem großen Vorbild Johnny Cash ein musikalisches Denkmal; aber auch eine Neuinterpretation von Peter Fox ist dabei (“Haus am See ist ein Knaller”). Hierzu gibt es ein schönes Video, in dem Gabriel über sich, sein Leben und die Musik philosophiert. Klasse!; und ein guter Grund, sich das Konzert auf der Burg anzuschauen.

Gunter Gabriel & Band sind am 6. August auf der Burg zu Gast. Tickets gibt’s hier

Zwischen Aachen und Zittau – Götz Alsmann in concert retweet

Zwischen Flensburg und Garmisch-Patenkirchen hat Götz Alsmann sicherlich schon jede bespielbare Halle von innen gesehen. Ich habe z.B. ein Konzert des Krawatten- und Brillen- und was-weiß-ich-noch-alles-Manns in einer – ich würde sagen – Stadthalle besucht, wie man sie hundertfach in Deutschland antreffen kann. In seiner Anmoderation nimmt der Münsterländer diesen Ball regelmäßig auf. Alsmann singt das Hohelied auf die Provinz. In der von mir nicht weiter genannten Stadt titulierte er die Spielstätte als “das Denkmal eines unbekannten Betonmischers” und verpasste dem Bau noch ein paar weitere Seitenhiebe. Zwischen Aachen und Zittau las er einfach die Namen der Städte bzw. Hallen ab, in denen seine Band zu Gast war oder noch sein wird. Mal sehen, was er in diesem Zusammenhang über die Burg zu sagen hat. Hoffentlich, dass er sich freut, wieder hier zu sein!
Götz Alsmann & Band sind am 17. August auf der Burg zu Gast. Tickets gibt’s hier.

Countrystar oder Schlagerfuzzi? Zum Konzert von Gunter Gabriel auf Burg Wilhelmstein. retweet

An Gunter Gabriel scheiden sich oft die Geister. Für die einen ist er der einzige authentische County-Star hierzulande, für die anderen – und dazu gehörte zugegeben bisher auch der Schreiber dieser Zeilen – ist er eher der Abteilung Schlagerfuzzi zuzuordnen. Mega-Erfolge stehen neben umso tieferem Absturz, und oft hat er durch seinen Lebensstil größere Schlagzeilen in der Yellow-Press hervorgerufen, als durch seine Musik.

Nun kommt er im Alter von 67 Jahren mit einem Album um die Ecke, das aufhorchen lässt. Es heißt Sohn aus dem Volk und ist zumindest im Marketing an die American Recordings seines Vorbilds und verstorbenen Freundes Johnny Cash angelehnt (der übrigens in seinem öffentlichen Leben auch oft die Grenze zur Peinlichkeit überschritt, bevor mit seinem Spätwerk zur amerikanischen Ikone schlechthin hochstilisiert wurde). Spekulativ? Ja klar, aber natürlich wie fast alles in diesem Geschäft. Das Album, das neben Repertoire-Highlights im Focus unseres Konzertes stehen wird, bietet neben neuen Songs auch Coverversionen von z.B. Ideals Blaue Augen, Bowies Heroes (zusammen mit The Boss Hoss), Peter Fox’ Haus am See, Cashs (natürlich!) Before My Time, Klees Zwei Fragen und Radioheads Creep, die nicht nur erstaunlich gut klingen und funktionieren, sie kriegen in seiner Interpretation auch manchmal einen Sinn, den man bisher überhört hatte. Und ob man ihn nun mag oder nicht, Songs schreiben, interpretieren und auch sie auf der Bühne live abgehen lassen (bei uns mit einer tollen jungen Band) konnte er schon immer. Und sich aufgegeben hat er nie. Chapeau, Gunter Gabriel!

Lesetipp zum Phänomen: http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendId=190911146&blogId=266062968

Zwischen Hawaii und Wilhelmstein retweet

Vienna Teng ist wahrlich eine außergewöhnliche Künstlerin. Die 1978 in Kalifornien geborene Sängerin lässt sich partout in keine Schublade stecken: Ob Folk oder Popp, Klassik oder Jazz; die 32-Jährige fühlt sich in allen Genres zu Hause und ihren musikalischen Vorbildern in besonderer Weise verbunden. “Jeden Tag”, sagt die Klavierspielerin taiwanesischer Abstammung, “denke ich daran, aufzuhören!” – Warum? – “Weil ich es nie so gut machen könnte, wie sie”, gemeint sind Tory Amos, Billy Joel oder Elton John; alles Musiker, die sich durch den Klang des Pianos einen Namen gemacht haben. So auch Vienna Teng. Ihr Name stammt übrigens wirklich von einer europäischen Hauptstadt ab und ist ein Kniefall an Mozart und Beethoven. Im gleichen Atemzug nennt die in New York lebende Musikerin aber auch den Mandarin Pop der 1960er Jahre als eine wichtige Quelle der Inspiration. Mozart, Beethoven, Mandarin: da kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Im Jahr 2008 veröffentlichte Vienna Teng ihr jüngstes Album “Inland Territories”. Eine Liedsammlung, die in ihrer erzählerischen Kraft keine Hörwünsche offen lässt. Am 15. August präsentiert sie gemeinsam mit ihren Bankollegen Alex Wong und Ward Williams das Album live auf der Burg. Auftakt der Tournee ist übrigens auf Hawaii: Von Maui auf die Burg. Freuen Sie sich drauf.

Intuicion retweet

Vor 18 Jahren wurde Maria Serrano von André Heller für seine Show “Magneten”entdeckt. Schnell wuchs die junge Flamencotänzerin zu einem der Stars des Heller-Ensembles heran. Seither begeisterte das “vulkanische Ereignis” (André Heller) auf Bühnen rund um den Erdball, unter anderem auch bei uns. Damals kam ihre Schwester Alba Serrano zur Welt und entdeckte schon früh die Bretter, die die Welt bedeuten. Die Eltern mussten arbeiten, also nahm Maria Serrano ihre kleine Schwester schon als Baby mit auf Tournee. So kam es schon mal vor, dass die Kleine während der Proben im Gitarrenkoffer schlief. Bereits mit 3 Jahren bestand die Alba darauf, mit ihrer Schwester bei den Zugaben auf der Bühne zu tanzen.

Inzwischen ist Alba Serrano 18 Jahre alt, sie hat nach 12 Jahren intensiven Studiums das Konservatorium für Tanz in Sevilla abgeschlossen und mit ihrer Schwester Maria “Intuición” kreiert. Eine sinnliche und intuitive Annäherung an die gemeinsame Profession der beiden Schwestern, den Flamenco. Die Tanzstile verschmelzen, die Schwestern werden eins, um dann plötzlich wieder mit eruptiver Kraft in ihre individuellen Laufbahnen auszubrechen, denn die Intensität in “Intuición” nährt sich aus völlig unterschiedlichen Hintergründen und Zugängen der Tänzerinnen, aber auch aus der intuitiven Harmonie zwischen den Schwestern. Im Spannungsfeld der eruptiven Kraft Maria Serrano’s und der klassichen Eleganz ihrer Schwester Alba zelebriert “Intuición” zeitgenössischen Flamenco in all seinen Facetten auf höchstem Niveau. Und das nicht nur tänzerisch, sondern auch musikalisch. Dafür bürgt neben den beiden Weltklasse-Solistinnen das ebenfalls hochklassige Ensemble: Inmaculada “La Carbonera” Rivero (voc); Juan José Navarro (voc); Eduardo Trassiera (git); Ismael Perez (piano); Pablo Pradas (bass); Andrej Vujicic(perc.)

Sehe auch: Intuición Clip1 auf YouTube.

14.08.2010, 20:00 Uhr auf der Burg Wilhelmstein


Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung gibt es auch unter
http://www.mariaserrano.com