Die Amerikanerin chinesischer Abstammung Vienna Teng ist in Deutschland mittlerweile kein Geheimtip mehr. Ihre erste auch hier veröffentlichte Platte “Dreaming Through The Noise” mit der Radio-Hitsingle „Whatever You Want“ erfreute sich sofort großer Beliebtheit und weckte immenses Interesse. Und das wird auch von der aktuellen Produktion nicht enttäuscht. Irgendwo zwischen Folk und Pop, mit Einflüssen aus Klassik und Jazz, siedelt Vienna Teng selbst ihre Musik an. Die seit eineinhalb Jahren in New York lebende Sängerin liebt die Vielfalt, die sie von überall annimmt und zu Eigenem verarbeitet. „Inland Territory“ handelt von Persönlichem und beschäftigt sich mit verschiedenen geopolitischen Szenarien. Teng denkt sich in andere Menschen und Schicksale hinein, reflektiert Familie, Beziehungen, letztlich ihre Existenz. Sie ist eine pragmatische Philosophin, erhebt ihre Stimme, erzählt Geschichten und bezieht Position. Das macht „Inland Territory“ zu einem bewegenden Programm, das sich klar und mit Anspruch vom popmusikalischen Alltag abhebt. Zumal live im Zusammenhang mit den Glanzpunkten der vorangegangenen Alben und gemeinsam mit ihren superben Musikern setzt Vienna Teng ihre bisherige Entwicklung fort, in eine Richtung, die sie zielstrebig in das Pantheon des großen amerikanischen Songwritings führt.
15.08.2010, 20.00 Uhr auf der Burg Wilhelmstein

ENGEL ODER TEUFEL…
Dass der Titel der Veranstaltung an einen Song von Tina Turner gemahnt, macht durchaus Sinn. Schliesslich war Tommy Emmanuel auf der „Break Every Rule-Tour“ mit seiner Band Dragon für Frau Turners guten Ton verantwortlich. Aber eigentlich hat er seine ganz eigene unglaubliche Karriere hingelegt.
Mit der Zeile aus dem berühmtesten Gedicht von Heinrich Heine, in der obendrein ein rheinischer „Ausrutscher“ vorkommt (hochdeutsch korrekter wäre “dazu” statt “dabei”, das aber kennt der Rheinländer nicht, außer in der Bedeutung, dass “da” etwas “zu” ist oder sein soll), leitet Konrad Beikircher ein – sein vielleicht hintersinnigstes, lustigstes und schönstes! – Programm ein, das dem Rheinlied gewidmet ist.
Die Musiker von Staff Benda Bilili sind eine einzigartige Formation aus dem Centre Ville von Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo. Sie sind an Polio erkrankt, leben unter freiem Himmel, und einige von ihnen bewegen sich auf selbstgebauten Rollstühlen fort. Aber es geht hier mitnichten um eine exotisch anmutende “Freak-Show”, die Mitleid als Mittel zum Marketing mißbraucht! Es geht um Staff Benda Bililis Musik und um das, was sie transportiert. Tief in der kongolesischen Rumba verwurzelt, strahlt sie zuweilen eine fast kubanische Nonchalance voller Kraft und Schönheit aus und lässt ihre Verwandtschaft zu Reggae und altem R&B erklingen. Dieser afrikanische Soul ist geradezu hypnotisierend und macht wieder einmal klar, wo die in weiten Teilen der Welt populäre Musik eigentlich herkommt.