Tommy Emmanuel begeistert erneut auf Burg Wilhelmstein retweet

Konzertkritik von Stefan Schaum, erschienen in Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten und in vollem Umfang hier wiedergegeben.

Würselen. So langsam wird er zum Stammgast auf Burg Wilhelmstein. In Würselen ist der australische Ausnahmegitarrist Tommy Emmanuel jetzt zum dritten Mal von seinen Fans gefeiert worden. Sein Programm: Immer noch «Simply The Best» und immer noch vom Allerfeinsten. So virtuos wie er bedient kaum einer die Akustikgitarre. Selbst den unzähligen Male gecoverten Songs der Beatles hauchte er in einem Medley eine unerhörte Frische ein. Jeden Quadratzentimeter des Instruments machte er mit perkussivem Spiel zur Klangquelle. Der Applaus des Publikums? So gewaltig wie das Können dieses Gitarristen.

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  • geschrieben am 25. August 2011
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Zauberklänge dieser Welt auf einer Bühne – Manfred Leuchter und Gäste begeistern. retweet

Von Christoph Hahn – Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten

Würselen. Weltmusik – das kann eine Begriffshülse sein, die von vielen Interpreten unterschiedlich gefüllt wird. Manfred Leuchter jedoch füllt den Begriff mit Inhalten. Auf der Bühne von Burg Wilhelmstein in Würselen lebt er es vor. Für seinen großen Auftritt hat er sich ein illustres Ensemble aus iranischen, syrischen, schottischen, niederländischen und deutschen Künstlerkollegen zusammengeholt. Und was nicht durch Menschen vertreten wird, weht halt durch die Klänge hindurch. Beinahe die ganze Welt am Samstagabend auf den paar Quadratmetern der Bühne: Das ließ die Parole von der Weltmusik vom bloßen Gerede zur körperlichen Wirklichkeit werden.

Angesichts der rund 850 Menschen im überdachten Amphitheater war Wilhelmstein-Veranstalter Uli Pesch ganz von den Socken: «So viele Zuhörer – das ist bei Manfred Leuchter absoluter Rekord!» Nicht minder begeistert äußerte sich der Star des Abends angesichts der vielen Fans auf den steil ansteigenden Rängen: «Es ist umwerfend – wir sind ein Nischenprodukt, wisst ihr das nicht?» Was aber nun die Kunst des Manfred Leuchter und seiner Mitstreiter wirklich ausmacht: Das erfuhren die begeisterten bis verzückten Besucher der Freilichtbühne bald danach, während der etwas mehr als zwei Stunden dieses Konzertes.

Vollwertkost für die Ohren
Auf jeden Fall boten Leuchter auf dem Akkordeon sowie seine musikalischen Spießgesellen Dima Orsho (Stimme), Ian Melrose (Gitarre), Kinan Azmeh (Klarinette), Afra Mussawisade (Trommeln), Christoph Titz (Trompete), Florian Zenker (Gitarre), Steffen Thormälen (Schlagzeug), Sebastian Pottmeier (Saxophon) und – ebenfalls an der Gitarre – Antoine Pütz (Leuchter: «Für mich einer der komplettesten Musiker») Vollwertkost für die Ohren.
Die Grundsubstanz eines jeden Stücks wirkte fast immer orientalisch und/oder afrikanisch – bis auf eine von nicht gerade vielen Ausnahmen: Ian Melrose begann mit einer von den kargen Hochmooren seiner schottischen Heimat inspirierten Improvisation; Manfred Leuchter erwiderte mit einigen von Bachs Goldberg-Variationen.
Sein Spiel war zumindest die halbe Miete. Mit seinem Instrument malte Leuchter den Notentext in fast allen nur erdenklichen Klangfarben aus. Mit seinem schier unerschöpflichem Einfallsreichtum und einer Virtuosität, die selbst Kenner noch verzaubern kann, riss er ein ums andere Mal das Publikum zu Beifallsstürmen hin. Mochten auch die anderen Künstler auf der Bühne für Soli oder Duette ein paar Minuten lang in den Vordergrund treten: Bei Leuchter liefen die Fäden immer wieder magisch zusammen.

Mit Mut zum Risiko
Wie bei allen großen Geistern, so zeichnete das Zusammenspiel der beteiligten Künstler eine Balance von Maß und Freiheit aus. Es war ein Spiel mit großer Konsequenz und Mut zum Risiko – und mochte das Spiel mit der (fast) vollständigen Auflösung des zugrunde liegenden Musters enden. Eine Reise ans Ende der Nacht und der Dinge, die ernst (mit Blick auf die Zustände in Syrien und Palästina) oder ziemlich spaßig (mit einem lustigen Tanz der Gebeine auf dem Würselener Friedhof) ausgehen konnte und bei der das Publikum immer wieder – wie bei «Wenn es regnet in Marrakesch» – begeistert Geräusche nachahmte.
Kurz vor Schluss wurde Manfred Leuchter, der aus Würselen stammt und beim damaligen Kantor der Hauptkirche St. Sebastian, Richard Klein, das Musizieren nach Noten erlernt hat, noch leicht politisch und richtete ein Appell nicht nur an die Adresse des Veranstalters: «Mach’ noch lange weiter, Uli Pesch, mach’ unbedingt weiter! Sonst wären die Stadt und die Region um Vieles ärmer.»

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  • geschrieben am 22. August 2011
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Musikalische Botschafter werden auf der Burg gefeiert retweet

Von Sabine Rother – Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten

Würselen. Die Welle der Sympathie war bereits 2010 warm und intensiv. Auch diesmal wird die kongolesische Band «Staff Benda Bilili» beim weltmusikalisch geprägten Festival von Burg Wilhelmstein euphorisch begrüßt – gute Freunde, auf die sich offensichtlich alle gefreut haben. Acht Musiker, vier von ihnen im Rollschuhl, einer auf hohen Unterarm-Krücken. Sie tragen die schwer erträglichen Spuren der Kinderlähmung, die in ihrem Land selbst heute noch für großes Elend sorgt. Aus der Straßenmusikergruppe wurde eine international anerkannte Formation, die mit ihren Einnahmen gleichfalls betroffene Menschen ihres Landes unterstützt und wichtige Aufklärungsarbeit leistet.Acht Musiker, vier von ihnen im Rollschuhl, einer auf hohen Unterarm-Krücken. Sie tragen die schwer erträglichen Spuren der Kinderlähmung, die in ihrem Land selbst heute noch für großes Elend sorgt. Aus der Straßenmusikergruppe wurde eine international anerkannte Formation, die mit ihren Einnahmen gleichfalls betroffene Menschen ihres Landes unterstützt und wichtige Aufklärungsarbeit leistet.

«Très, Très Fort» («Sehr, sehr stark»), der Titel ihres Albums (2009), bleibt neben dem Band-Namen (aus dem Lingála: «Das Verborgene sichtbar machen»), die Devise dieser Band, die den Soukous – die kongolesische Rumba – stilistisch sicher und in einer sehr persönlichen, inzwischen hörbar gereiften Ausdruckskraft mit allem verbindet, was die afrokubanische Musik zu bieten hat. Rhythmus, enorme Lebensfreude, Leidensfähigkeit, der Wille, für eine bessere Zukunft zu kämpfen, andere aufzurütteln – das sind nur einige Facetten ihrer klar verständlichen Botschaft.

Die acht Musiker bleiben beständig in Bewegung, tanzen, lachen und sind höchst konzentriert. Die starken Songs werden durchzogen vom hohen Klagelaut der Satongé-Laute, einem aus einer Kanne selbstgebauten, elektronischen Instrument, das der in sich gekehrte Roger Landu meisterhaft einsetzt.

Ein Abend wie aus einem Guß, der in allen Gefühlsfarben funkelt. Bald wird vor der Bühne feurig getanzt, stimmen Bandleader Leon «Ricky» Likabau und Mitgründer Cocos Ngambali den letzten Song an. Die Burg ist in Bewegung. Nach über 100 Non-Stop-Minuten ist der Höhepunkt erreicht, das Publikum, darunter zahjlreiche Behinderte, denen mit Unterstützung der Heemann-Stiftung der Konzertbesuchr erleichtert wurde – bedankt sich mit einem großen glücklichen Applaus.

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  • geschrieben am 16. August 2011
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Von Bach bis Bagdad – Manfred Leuchter und Gäste auf Burg Wilhelmstein retweet

Manfred Leuchter gehört zweifelsohne zu den etablierten Akkordeon-Virtuosen Europas. Viele Tourneen um die halbe Welt und nachhaltige Konzerterlebnisse mit seinem Quintett, seine erfolgreichen CD-Produktionen sowie die Mitwirkung in unterschiedlichen spannenden Musikprojekten hat uns der nicht nur musikalische Weltenbummler mit der ganz und gar eigenen Musik-Auffassung zwischen Okzident und Orient in den letzten Jahren beschert.Zusammen mit der Kulturstiftung Würselen präsentieren wir auf Burg Wilhelmstein am Samstag 20. August ein Konzert, das das komplette Spektrum der Kompositions- und Konzerttätigkeit des Akkordeonisten Manfred Leuchter spiegelt. Solo, im Duett, im Trio, in Quartett und in Quintett-Besetzung, mit handverlesenen und z.T. eigens eingeflogenen (internationalen) Gästen, wie z.B. dem Gitarristen Ian Melrose aus Schottland, dem syrischen in New York lebenden Klarinettisten Kinan Azmeh, der Sängerin Dima Orsho aus Damaskus, dem iranischen Percussions-Wunder Afra Mussawisade, dem Jazz-Gitarristen und Komponisten Florian Zenker und natürlich seiner Band mit Antoine Pütz (b), Steffen Thormählen (dr), Christoph Titz (tr) und Sebastian Pottmeier (sax) – gibt es eine Reise von Bach bis Bagdad durch Manfred Leuchters bisheriges Werk. Mehr Infos und die Tickets dazu gibt es hier.

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  • geschrieben am 13. August 2011
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Sanft, aber mit Elan: Erdmöbel auf Burg Wilhelmstein retweet

Von Stefan Schaum, Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten

Würselen. So ganz ohne Wehmut geht es in ihren Songs selten ab. Aber Erdmöbel haben ein geschicktes Händchen dafür, sie nicht schwer klingen zu lassen, sondern geradezu federleicht. Der Pop gibt bei ihnen den Ton an, und den zelebriert die Band schwelgerisch. Auf Burg Wilhelmstein haben die Kölner jetzt den Abschied vom aktuellen Programm «Krokus» gefeiert. Zwar in recht kleinem Kreis, jedoch mit viel Elan.

Der Hauch von Indie haftet der Combo immer noch an. Anders als Element Of Crime oder Tele, die in Sachen Textgespür und Songwriting hier und da grüßen lassen, haben Erdmöbel den Sprung nach oben offenbar noch nicht geschafftt. Nur gut zwei 200 Zuhörer füllen die Sitzreihen, doch das hat an diesem Abend auch sein Gutes. Nach den ersten beiden Stücken prasselt der Regen, und es bleibt Platz unterm Zeltdach, um enger zusammenzurücken und sich zu schützen. Der Band gefällt die Kulisse sichtlich. «Wir spielen die meisten der Songs heute zum wirklich allerletzten Mal – und sogar der Himmel weint», flachst Bassist Ekki Maas.

Die fünf Herren – das Quartett wird beim Auftritt von einem Posaunisten ergänzt – stellen kurzerhand das Programm um und kramen die «lauteren» Songs nach vorn, um den Regen zu übertönen. Dass die Band die 60er Jahre in ihr Herz geschlossen hat, wird rasch deutlich: Die alte Kamera, die den Bühnenhintergrund schmückt, die Retro-Anzüge und Schiebermützen, mit denen die Musiker auf die Bühne kommen, überhaupt das ganze Instrumentarium – Erdmöbel drehen die Zeit zurück. Auch musikalisch: Ein wenig Bossanova hier, ein wenig Burt Bacharach dort – was Erdmöbel spielen, darf man getrost Easy Listening nennen, ohne es abwertend zu meinen. Die Musik geht sanft ins Ohr, da gibt es keine Ecken und Kanten.

Die Gitarren bleiben beim Auftritt in Würselen unverzerrt und sind oft nicht mal elektrisch. Auf alten Stühlen nehmen die Musiker am Bühnenrand Platz und präsentieren ein ausgedehntes Akustik-Set. Sänger Markus Berges hat dazu Texte, die lyrisch sind, aber nicht verkopft klingen. Das alles klingt angenehm, und da hat dann auch der Himmel bald ein Einsehen: Der Regen verzieht sich, doch die Zuhörer bleiben ganz eng bei der Band, die diese Abschiedsfeier zu einem großen Vergnügen macht.

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  • geschrieben am 08. August 2011
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